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Historische Bahnbauten "Läufelfingerli"

Sissach

 

Am 01. Juni 1855 erreichte der erste Zug Sissach.

 
Aufnahmegebäude
   
Kilometer 21.097
Adresse Bahnhofstrasse 12
Baujahr, Umbau 1854/ 55, 1887, 1901
Bauherrschaft

SCB/ SBB

Ingenieur, Baufirma Ludwig Maring,
   
Das Aufnahmegebäude, ein traufständiger, zweigeschossiger Bau mit flach geneigtem Satteldach, entspricht Ludwig Marings Normplänen Typ II. Klasse. An der Bahnhofstrasse akzentuierten ein Mittelrisalit mit Doppeleingang und darüberliegende Rechteckfenster die symmetrische Fassade. Abgesehen von chaletartigen Details ist die architektonische Gestaltung klassizistisch. Die Giebelseiten sind zweiachsig gegliedert, Giebelfelder und Kniestock mit einer ornamentierten Holzverschalung verkleidet. 1887 baute die SCB an der Ostseite einen einstöckigen Wartsaal 3. Klasse (heute Kiosk). 1901 wurde der grossflächige Perrondach mit Stützen aus genieteten Stahlrohren, Gusseisen-Auflagern und Fachwerkunterzügen der Firma Albert Buss & Cie. angefügt

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Ehemalige Post
Kilometer 21.067
Adresse Bahnhofstrasse 10
Baujahr, Umbau 1854/55, 1880, 1919, 2006/07
Bauherrschaft

SCB/ SBB

Architekt Ludwig Maring,
 
Das Aufnahmegebäude war von zwei  symmetrisch angeordneten hölzernen Annexbauten flankiert. Der östliche enthielt Toiletten und eine Waschküche, wurde bei der Erweiterung 1887 versetzt, später vergrössert und 1977 abgebrochen. Der westliche Bau diente als Umladelokal und von 1875 bis 1963 als Post. 1880 liessen die SCB einen dreiachsigen Anbau mit flachem Satteldach und verputzter Fassde erstellen. Durch dessen erneute erweiterung entstand 1919 ein symetrischer Bau. Die geschlossenen Giebelfelder der Seitenrisalite und die Rhombenmuster der Fenstergitternverleihen ihm einen ausgeprägt neuklassizistischen Ausdruck. 2006/ 07 erfuhr er mit dem Einbau der Treppe zur Unterführung einen tiefgreifenden Umbau durch das Architekturbüro Ehrenbold & Schudel, Bern

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Güterschuppen
Kilometer 21.290
Adresse Bahnhofstrasse 18
Baujahr, Umbau 1854/ 55, 1900
Bauherrschaft

SCB

Architekt Ludwig Maring
 
Der Güterschuppen wurde 1854/ 55 als Holzkonstruktion mit Kniestockdach und weit vorspringenden Traufen auf einer gemauerten Laderampe errichtet. Bei der Erweiterung der Bahnanlage um 1900 wurde er sampt Rampe etwa 80m nach Osten versetzt und für den Einbau eines Büros auf rund 40m verlängert. Zahlreiche hölzerne Verzierungen und Details wie eine Hebevorrichtung über einem Tor auf der Bahnseite sind erhalten. Die über 50m lange Rampe auf der Westseite wurde 2006 abgetragen.

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Lokremise
Kilometer 21.415
Adresse Reuslistrasse 8
Baujahr, Umbau 1899
Bauherrschaft

SCB

Architekt SCB-Bauabteilung
 
In der ersten Lokremise von 1854/55 fanden auf einem durchlaufendem Geleise zwei Loks Platz, dazu eine Vorspannlok für schwere Güterzüge. Die 2/4 gekuppelten Schnellzugloks System Engerth von Kessler in Esslingen waren 8.44m lang. Als die Gleisanlage ausgebaut wurden, mussten die Remisen weichen: 1899 wurde mit Teilen der Wagenremise 400m weiter östlich die neue Lokremise aufgebaut. Zwei durchlaufende Geleise konnten 4 Logs aufnehmen; in Betrieb waren nun 15.5m lange A 2/4 Loks der Schweizerischen Lokomotiv und Maschinenfabrik Winterthur. Teile des verputzten Baus mit Satteldach wurden seither verändert, etwa die vier Tore. Um die neue Drehscheibe entstand eine Gruppe von Gebäuden für den Unterhalt der Lokomotiven und für das Lok- und Rangierpersonal, die alle erhalten sind.

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Wasserturm und Wasserkran
Kilometer 21.457
Adresse Reuslistrasse 6
Baujahr, Umbau 1899
Bauherrschaft

SCB

Architekt SCB-Bauabteilung
 
Der Wasserturm diente zur Füllung der Dampfloks. Der runde, eiserne Wasserbehälter unter dem Kegeldach aus Blech fasst 100 Kubikmeter Wasser und wurde aus der Quelle im Reussli gespiesen. Das über eine geschwungene Aussentreppe aus Eisen erreichbare erste Geschoss enthielt zwei Badewannen und drei Lavabos. Hier konnte sich das Lokpersonal von Russ, Kohlestaub und Schmieröl befreien. Heute dient der Raum einem Tauchclub als Clublokal. In der Lampisterie im Erdgeschoss wurden die Karbidlampen für Lok-, Signal- und Gebäudebeleuchtung gewartet. Die steinernen Fenstergewände und die Holztüren sind gut erhalten. Der Wasserkran zum Füllen der Loks steht vor der Lokremise zwischen den Geleisen.

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Dienstgebäude
Kilometer 21.469
Adresse Reuslistrasse 4
Baujahr, Umbau 1897
Bauherrschaft

SCB

Architekt SCB-Bauabteilung
 
Das Dienstgebäude enthält getrennte Aufentaltslokale für Bahnarbeiter, für Kohlearbeiter und Wagenreiniger und für das Lokpersonal, dem auch ein Schlaflokal mit vier Betten zur Verfügung stand, dazu einen Abort, ein Sandlager und am Ostende einen Wellenschuppen. Das Kniestockdach über dem gemauerten Erdgeschoss ist teilweise ausgebaut. Dachformen und die senkrechte, einfach dekorierte Bretterverschalung entsprachen der Gestaltung vom Aufnahmegebäude und Güterschuppen. An den Giebeln, die die Mitte der Längsfronten markierten, sind reizende Sägeverzierungen im Schweizer Holzstil erhalten. Das Gebäude ist prakisch unverändert geblieben.

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Schuppen
Kilometer 21.507
Adresse Reuslistrasse 2
Baujahr, Umbau 1897
Bauherrschaft

SCB

Architekt SCB-Bauabteilung
 
Der kleine hölzerne Schuppen steht in der Verlängerung des Dienstgebäudes. Seine Stirnseiten entsprechen Marings Normplänen von 1854/55, vermutlich wurde er aus Bauteilen des ersten Remisen errichtet. Mit den neugotischen floralen Holzschnitzereien der Lüftungslöcher unter der Traufe und weiteren Verzierungen ist der Schuppen reicher dekoriert als das grössere Dienstgebäude.

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Lagerhallen
Kilometer 21.581
Adresse Reuslistrasse 2b
Baujahr, Umbau 1921, 1944
Bauherrschaft SBB/ Verband Landwirtschaftlicher Genossenschaften
Architekt SBB-Bauabteilung/ Ingenieur M. König, Zürich
 
Am Ostende des Areals errichteten die SBB 1921 eine 25x 44m grösse hölzerne Lagerhalle mit einer offenen Tragkonstruktion aus Rundhölzern. 1944 erstellte Ingenieur M. König für den Verband Landwirtschaftlicher Genossenschaften einen Anbau mit fünf Markanten Lüftungstürmen und einer Rampe auf der Südseite.

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Drehscheibe
Kilometer 21.521
Adresse bei Reuslistrasse 2
Baujahr, Umbau 1899
Bauherrschaft

SCB

 
Die Drehscheibe mit 16m Durchmesser, Grubenwänden aus Kalksteinen und einem Holz beplankten Laufsteg ist noch funktionstüchtig. Auf ihr wurden bis zu 70 Tonnen schwere Loks von Hand gewendet.

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


Verschwundene Objekte
Lokremise, Wagenremise (1855-1899, Teile versetzt), erste Drehscheibe (1855-1899) Stellwerk Reuslistrasse (1899-1958), Passarelle über die Geleise östlich vom Güterschuppen (1913-1923), Abort-Gebäude östlich des Aufnahmegebäudes (1854/55- 1977), Perrondach mit verleimten Holzträgern (Hetzer-Bauweise) auf dem Mittelperron (1944- 2007), Stellwerk auf Perron 1 (um 1910- 2006, zwei Fussgängerunterführungen (1998- 2007 und 1923- 2006)

Quelle: "Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2


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"Die obere Hauensteinlinie - Bahnbauten seit 1853", Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz, Band 2, 

Scheidegger& Spiess Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85881-287-2

 

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