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Quelle: Text und ©  2004 by Orts- und Flurnamen Forschung Baselland

 

Wie kam "Läufelfingen" zu seinem Namen

Die älteste schriftliche Erwähnung von Läufelfingen stammt aus dem Jahre 1225/26 und lautet Leinvolvingen.

1341 findet sich die Schreibweise Leolfingen, 1363 Leyffelfingen, 1364 Leinfelvingen.

Die Siedlung ist bestimmt wesentlich älter als der schriftliche Erstbeleg.

Das Bildungsmuster des Namens weist nämlich auf eine Gründung in der ersten Phase der alemannisch- fränkischen Besiedlung hin.

Diese Besiedlung dürfte südlich des Rheins nach 600 intensiv eingesetzt haben.

Läufelfingen gehört zu den verbreiteten Siedlungsnamen, die mit -ingen gebildet sind.

Hierzu zählen auch Namen wie Binningen, Bottmingen, Wenslingen, Oltingen, Eptingen, Ettingen.

Das Namenelement -ingen ist ein erstarrter Dativ Plural zu -ing.

Es bezeichnet die verwandtschaftliche Zugehörigkeit oder Abhängigkeit von Personen zu einem Familienoberhaupt, einem Dienstherrn, einem Hofgründer usw.

Namen auf -ingen benennen ursprünglich also die Bewohner/innen eines Ortes.

Sie bedeuten 'bei den Leuten des X'.

Dieser X wird im ersten Teil des Ortsnamens genannt. Häufig handelt es sich um einen Vornehmen aus adligem Geschlecht.

Da die schriftliche Überlieferung erst im 13. Jahrhundert einsetzt und die Schreibungen der frühen Formen stark voneinander abweichen, ist es nicht mehr möglich, den Personennamen, der zur Bildung des Ortsnamens diente, exakt zu bestimmen.

Für Läufelfingen ist von einem zweigliedrigen Personennamen auszugehen, dessen erstes Element ein -n- enthält.

Am ehesten kommt der Personenname *Leidwulf oder Leonwulf in Frage, allenfalls auch Levulf, Lewolf, Laifwulf, Leginwulf.

Als Grundform wäre dann etwa althochdeutsch *Leidwulfingen oder Leonwulfingun anzunehmen.

Läufelfingen würde somit bedeuten:
'bei den Leuten des Leidwul f /Leonwulf , am Ort der zu Leidwulf /Leonwulf gehörigen Siedler/ innen"'

In Läufelfingen sind noch rund 270 Flur- und Strassennamen in Gebrauch.

Für die Sprach- und Siedlungsgeschichte besonders aufschlussreich sind die Flurnamen Adliken, Brunniswil, Ecksen, Gsal, Wibliken sowie die nicht mehr gebräuchlichen Namen Eglingen, Heidenloch und Russingen.

 

Läufelfingen- gestern und heute

äufelfingen, mundartlich Läufelfinge, liegt im obersten Teil des Homburgertals,556 Meter über Meer, kurz vor dem letzten Anstieg der Passstrasse über den Unteren Hauenstein

Das Dorf hat rund 1300 Einwohnerinnen und Einwohner (2002).  Politisch gehört die Gemeinde zum Bezirk Sissach.

Die Fläche des Gemeindebanns beträgt 815 Hektaren:Siedlungsfläche: 63 Hektaren, Wald: 345 Hektaren,Landwirtschaftliche Nutzfläche: 407 Hektaren

1999 gab es in Läufelfingen noch 24 landwirtschaftliche Haupt- und Nebenbetriebe

Im Volksmund werden die Läufelfinger/innen auch Milchmöichli genannt. Das heute kaum mehr gebräuchliche Wort bedeutet 'in Milch eingeweichter Brotbrocken'.Dieser Übername dürfte auf die einfache Grundnahrung der früher mehrheitlich nicht begüterten Bevölkerung anspielen.

Läufelfingen ist altes Siedlungsgebiet. Das Talende am Fuss des Unteren Hauensteins war bereits zur Römerzeit begangen. Eine Notgrabung im Keller des Pfarrhauses ergab unlängst Hinweise auf einen römischen Gutshof auf der markanten Kuppe über dem heutigen Dorf.

Unter dem Pfarrhausboden liegen auch Reste eines früh- und hochmittelalterlichen Friedhofes, der ohne Zweifel zur benachbarten Kirche gehör te, die im 8. Jahrhundertentstanden sein könnte. Kirche und Friedhof dürften im Ruinenfeld des römischen Gutshofs eingerichtet worden sein, wie dies auch von andern Pfarrkirchendes  Baselbiets bekannt ist. Das Dorf hingegen wurde im Frühmittelalter im Talgrund angelegt.Im Hochmittelalter gehörte Läufelfingen den Froburgern. Um 1240 gelangte der froburgische Besitz an die Linie von Neu-Homburg.

1305 kam Läufelfingen an den Bischof und im Jahre 1400 mit den Herrschaften Homburg und Liestal an die Stadt Basel. Das Wachstum der Siedlung wurde durch den mittelalterlichen Strassen- und späteren Eisenbahnverkehr stark begünstigt. Obschon die Ortschaft an der Durchgangsstrasse lag, entwickelte sie sich am Osthang der Talmulde zu einer ungeordneten Streusiedlung mit vier Siedlungskernen: Ausserdorf, Unterdorf unterhalb der Landstrasse, Oberdorf oberhalb der Landstrasse und Hübel gegen die Kirche hin. Kirche, Pfarrhaus und Siegristenhaus bildeten einen Kirchweiler rund 300 Meter ausserhalb der Siedlung. Zur Kirche St. Peter und Paul gehörte bis zur Reformation auch das solothurnische Dorf Wisen.

 

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