Hesch gwüsst ...?
 

Verhältnisse des Landmanns unter Basel vor der Französischen und helvetischen Revolution.

Nahrungsmittel und Kleidung

 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

 

Die Nahrungsmittel waren zwar rauer und einfacher als jetzt, jedenfalls aber nicht weniger nahrhaft und kräftig; denn als noch der Dreispitz und der breite Hut, der lange schwarze Zwilchrock, die Stoffhosen, Schnallenschuhe, die weissen Zipfelkappen, die harten Kappen und Jüppen in ihrem Wesen waren, als der selbstfabrizierte, starke Halblein und Zwilch an der Tagesordnung waren, lebte ein gesunder und kräftiger Menschenschlag.

Der Kaffee, der jetzt eine so grosse Rolle spielt, wurde erst in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gebräuchlich. Das liebe Getränk wurde sogar druch die Obrigkeit verboten (1769), und man trank es zuerst nur heimlich. Die Kartoffeln waren unbekannt, und noch im Anfange dieses Jahrhunderts glaubt man eine bedeutende Ernte gemacht zu haben, wenn man einige Körbe voll hatte.

Am Morgen waren Habermuss, Mehlsuppe und Kirschpfeffer, am Mittag Mehl- und Kürbsenpappe, Kraut und Krautstorzen, Salat, Milch, Knöpfli, Sauerkraut und Speck, am Abend Milch und Mehlsuppe die Hauptgerichte. Rindsfleisch wurde wenig gegessen. Vom Znüni wusste man nichts, auch das Zobe-Neh war an vielen Orten nicht gebräuchlich, ausgenommen in den Werken. Es bestand dann aus Milch und Brot oder Russölkuchen, dürren Birnen und eingemachten Äpfeln, Gumpissäpfel genannt. Schnaps wurde im Allgemeinen gar nicht, Wein nur in den Wirtshäusern getrunken. Dagegen war es Brauch, in den Werken alle Samstage zu kücheln. Wie man jetzt einem Safte gewöhnlich den Kaffee macht, und Stübli, süssen Anken, Honig u. f. w. aufwartet, musste es damals ein Becken kalte Milch und dürre Birne dazu auch tun. Ja es wird erzählt, als einmal ein Götti die Gotte heimbegleitete, habe diese ihn mit dicker Milch regaliert.
 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

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