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Die Eisenbahn "Läufelfingerli"

 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

 

Bau der Bahn bis zur Station

 

Im Jahre 1855 war die Bahn schon bis Liestal, 1856 bis Sissach erbaut, und am 15 April 1857 kam der erste Zug nachLäufelfingen.

Die Bahnstrecke von Läufelfingen bis zur Sommerau führten die Württembergischen Silber und Baumgärtner aus. Mit grosser Umsicht und in verhältnismässig kurzer Zeit überwanden sie die Schwierigkeiten des Terrains. Besondere Anstrengungen erforderten die beiden Tunnel durch die Barpur- und Mühlefluh. Bei letzterem wurden, nachdem die Arbeiten schon zum Teil bis ins Innere des Felsens vorgedrungen waren, zur Sprengung der Scheidewand und Gewinnung von grossen Bausteinen auf einmal 5 Zentner Pulver angewandt. Anstatt dem erwarteten furchtbaren Krach hörte man nur ein schwaches dumpfes Dröhnen. Umso gewaltiger war aber die Wirkung, indem die Felsen so gelockert und zersprengt waren, dass man mit Leichtigkeit den Durchbruch des Tunnels vollenden konnte.

Der schwierige Betrieb der Bahn zwischen Sissach und Olten veranlasste schon vielfach die Frage, ob man denn der Bahn nicht eine horizontale Lage hätte geben können. Ja es ist schon von Schwadronörs behauptet worden, dass mit dem Geld, welches der Betrieb dieser Bahnstrecke mehr kostete, als es bei horizontaler Lage der Fall wäre, fast das Kapital verzinst werden könnte, welches die Anlage einer neuen, die Talsohle verfolgenden Bahn kosten würde. Wer nun aber das Terrain kennt, und zugleich weiss, dass der Tunnel allein von Norden nach Süden 218 Fuss Gefälle hat, der wird begreifen, dass derselbe bei einer nur um 100 Fuss tieferen Lage wohl doppelt so lang geworden wäre, und unberechenbar viel mehr gekostet hätte. Zudem haben die Erfahrungen, die man beim Wasserstollenbau gemacht hat, zur Genüge bewiesen, dass die Ausführung des grossen Tunnels durch den Moorboden der Talsohle bereits unmöglich gewesen wäre.

Infolge des Bahnbaues durch das Dorf Läufelfingen mussten im Unterdorf zwei Wohnhäuser, eine Scheune und ein Waschhaus abgerissen werden. Auch die Säge wurde abgebrochen und auf dem jetzigen Platz neu erbaut.

 

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